Wachkoma

Genre: Arthouse-Drama

Beata, Bilderbuchmanagerin eines großen Unternehmens, erwacht an einem Ihr völlig unbekannten Ort. Eine Art "Wellnesshotel", das abgelegen inmitten eines herrschaftlichen Parks liegt.

Der Major Domo des Hauses - ein älterer und netter, aber zwielichtig erscheinender Mann um die Sechzig, der sich als „Sylvester“ vorstellt - rät ihr, die Zeit zu nutzen, in sich zu gehen und zur Ruhe zu kommen, zu „entschleunigen“. Sie sei überarbeitet zusammengebrochen und müsse nun ausruhen. Ihre Mutter und auch ihr Chef wüssten Bescheid, scheinen allerdings beide nicht bereit, mit ihr zu sprechen. Immer wieder versucht Beata Ihre Mutter zu erreichen, kommuniziert jedoch nur mit ihrem Anrufbeantworter.

Ist Beata anfangs wenig davon angetan, zur Ruhe zu kommen - sie betrachtet jede freie Minute als verlorene Zeit - spürt sie doch deutlich, dass irgendetwas mit ihr geschehen ist, dass sie scheinbar viel Kraft gekostet hat. Sie ist schwach und ihre anfängliche Großspurigkeit weicht alsbald der Unabänderlichkeit des Geschehens.

Gleich in den ersten Tagen behelligt Beata plötzlich eine junge, auffallend dünne Frau, die sich plötzlich zu ihr gesellt und ihr schwere Vorwürfe macht. Kaum geschehen, verschwindet sie so schnell, wie sie gekommen ist. Beata nennt sie ab diesem Zeitpunkt nur - „Die Dürre“.

Sylvester beruhigt Beata, erzählt von den anderen Patienten, die zum Teil äußerst skurril anmuten. Kaum einer spricht hier oder scheint den anderen überhaupt wahrnehmen zu wollen.

Beata ergibt sich schließlich in ihr Schicksal, nimmt die Wellnessangebote, Gruppentherapien und Workshops wahr, geht im Herbstwind joggen. Sie will die Zeit an diesem Ort jedoch nicht völlig sinnlos verstreichen lassen und schließt sich einer Arbeitsgruppe der Hotelbewohner an, die Grußkarten für Besucher herstellt. Wenngleich auch nie ein Besucher vorbeizukommen scheint.

Zu ihrer eigenen Überraschung gefällt ihr diese kreative Aufgabe. Die Zeit vergeht wie im Fluge. Wieder taucht „die Dürre“ auf und weiß Dinge über Beata, die sie unmöglich wissen kann.

Beata ist schockiert, weiß zunächst nicht, was sie davon halten soll, wird von vergessenen und verdrängten Erinnerungen an ihre Familie, ihre Kindheit heimgesucht. Erinnerungen, die sie dem Alltag ihres Berufslebens geopfert hatte.

Es soll nicht das letzte Mal bleiben, dass die Dürre sie erneut mit merkwürdigen, mysteriösen Gedanken konfrontiert, die Beata zwingen, sich mit all den Dingen auseinanderzusetzen, die sie bislang verdrängt hatte.

Die Flucht vor ihrem Leben ist nicht mehr möglich. Das weiß sie nun. Ruhe hat der Hektik des Alltags Platz gemacht.

Auf der Suche nach Antworten schreckt Beata schließlich selbst davor nicht zurück, das Zimmer der Dürren zu durchsuchen. Sie wird von ihr überrascht und sieht sich mit einer weiteren Anklage konfrontiert: „Hast du den Tiefpunkt schon erreicht?“

Beata ahnt: Ohne grundlegende Veränderung und Reflektion wird sie niemals gesund werden und nicht an ihren bisher alles beherrschenden Arbeitsplatz zurückkönnen. Und das muss sie, wenn sie erfahren will, was in diesem seltsamen Anwesen gespielt wird und woher deren Bewohner so viel über sie zu wissen scheinen?

Sylvester führt Beata in die Kunst der Meditation ein, um Körper und Seele wieder in Einklang zu bringen und offenbart ihr schließlich sein persönliches Geheimnis.

Von der endgültigen Genesung nur noch einen Schritt entfernt, schreibt sie die Vision ihres zukünftigen Lebens auf ein Blatt Papier, als sei es eine Art Testament. Kurz darauf bricht sie durch die dünne Eisdecke eines zugefrorenen Sees und alles steuert auf ein überraschendes, berührendes Finale zu...